Anorexia nervosa (Magersucht)

Die Definition von Anorexia nervosa

Anorexia nervosa (gr. ohne Appetit sein) wird volkstümlich als Magersucht bezeichnet. Der Patient leidet unter psychisch bedingter Appetitlosigkeit und unter der gesteigerten Angst, dick zu werden. Nahrungsverweigerung, die mit starkem Gewichtsverlust einhergeht sind die Folge. Bei manchen Frauen bleibt die Regelblutung aus (Amenorrhoe). Auch die Auszehrung (Kachexie) die aufgrund von einem allgemeinem Gewebeschwund mit schweren Organstörungen einhergeht, kann die Folge sein.

Symptome der Anorexia nervosa

Da manche Patienten mehr als ein Drittel ihres ursprünglichen Körpergewichtes verlieren, ist die extreme Abmagerung wohl das auffälligste Anzeichen. Im Anfangsstadium sind Überaktivität, übermäßiges Turnen und pausenlose Geschäftigkeit charakteristisch. Im weiteren Verlauf, einhergehend mit fortschreitender Gewichtsabnahme, wandelt sich die Aktivität in Dauermüdigkeit und Schwäche. Das Kopfhaar wird schütter, die Haut trockener und am Körper wachsen Flaumhaare. Der permanente Hunger verändert die biochemischen Prozesse im Organismus. Der Hormonhaushalt gerät aus den Fugen.

Ursache der Anorexia nervosa

Eine eindeutige Ursache für die anorexia nervosa ist bisher nicht bekannt. Obwohl bisher kein Gen als Ursache identifiziert werden konnte, legen Beobachtungen an Zwillingen diesen Verdacht nahe. Frauen in der westlichen Welt sind die am häufigsten betroffene Gruppe. Dabei spielt sicherlich auch das vorgegaukelte Ideal durch die Medien eine entscheidende Rolle. Kritische Kommentare über das Essverhalten kommen im Familien- oder Freundeskreis der Betroffenen gehäuft vor. Innerhalb betroffener Familien herrscht meist ein extremer Wunsch nach Harmonie vor. Eine Auseinandersetzung mit negativen Gefühlen findet nicht statt.

Diagnose der Anorexia nervosa

Durch eine Kombination verschiedener Untersuchungen wird die Diagnose gestellt. Neben den äußeren Merkmalen werden Blutuntersuchungen oder EKG durchgeführt. Für eine Diagnose müssen unter anderem folgende Kriterien erfüllt sein:

  • Bei Erwachsenen muss der BMI 17,5 oder geringer sein.
  • Der Gewichtsverlust ist selbst herbeigeführt, z. B. durch erbrechen, Gebrauch von Appetitzüglern, Nahrungsverweigerung oder Verweigerung kalorienreiche Speisen zu sich zu nehmen.
  • Endokrine Störungen wie zum Beispiel das Ausbleiben der Menstruation bei Frauen.
  • Liegt der Krankheitsbeginn vor der Pubertät verläuft die pubertäre Entwicklung gestört.
  • Gestörte Wahrnehmung des eigenen Körpers.

Therapie der Anorexia nervosa

Eine stationäre Behandlung ist oft die einzige Möglichkeit die Krankheit im Akutstadium zu behandeln. Hierbei wird schrittweise versucht, ein normales Essverhalten zu trainieren. Da viele Patienten das angebotene Essen verstecken oder wegwerfen muss der Umgang mit dem Essen überwacht werden. Meist erfolgt die Behandlung zusammen mit einer individuellen Psycho- oder Familientherapie. In einigen Fällen ist eine gleichzeitige Medikamentengabe erforderlich. Dies ist vor allem dann angebracht, wenn neben der anorexia nervosa andere Erkrankungen wie z. B. Depressionen hinzukommen.


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